Erneut haben Österreichs rechtspopulistische Parteien hinzugewonnen. Die FPÖ verteidigte bei den Nationalratswahlen ihren Rang als drittstärkste politische Kraft. Das BZÖ schaffte erstmals den Parlamentseinzug. Untereinander zerstritten, hatten die beiden Parteien dennoch ähnlich Wahlkämpfe geführt und eine rigide Abschiebungspolitik gefordert. Noch in der Wahlnacht demonstrierte dann einer der Law-and-Order-Politiker, was er sich unter Sicherheit praktisch vorstellt: In einem Wiener Lokal animierte der BZÖ-Vorsitzende seinen Bodyguard dazu, den ebenfalls anwesenden Pressesprecher des österreichischen Justizministeriums unsanft vor die Tür zu werfen. Die Ministerin hatte erst kurz zuvor das BZÖ im Unfrieden verlassen. Sie galt als parteiabtrünnig. Spätestens seit diesem Kneipenstreit wird es sich Wolfgang Schüssel überlegen, ob er mit den Populisten wirklich noch einmal koalieren möchte.