DIE ZEIT: Im Rahmen der Exzellenzinitiative küren die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat in dieser Woche eine Hand voll Hochschulen zu den Spitzenuniversitäten Deutschlands. Die ETH Zürich dagegen will zu den besten Hochschulen der Welt gehören.

Ist Ihnen Europa zu klein?

Konrad Osterwalder: Gewiss nicht, aber wir kämpfen in einem globalen Wettbewerb. Im Wettstreit um die besten Wissenschaftler müssen wir uns mit dem Massachusetts Institute of Technology und der Stanford University messen, mittlerweile auch mit Singapur und einigen Universitäten in China.

ZEIT: Deutschland haben Sie nicht erwähnt. Ist das nicht Ihre Liga?

Osterwalder: Ich sprach von den Wettbewerbern außerhalb Europas. Es gibt auch deutsche Konkurrenten, dazu gehören die Max-Planck-Institute und die eine oder andere Technische Universität. Fairerweise muss ich jedoch sagen: Die Spieße im Wettstreit sind nicht gleich lang.

ZEIT: Sind Ihre länger?

Osterwalder: Ohne Zweifel. Das Budget der ETH ist um ein Vielfaches höher. Der TU München stehen aus staatlichen Zuschüssen pro Studierenden 15000 Euro zur Verfügung, der TU Darmstadt weniger als 10000 Euro. Wir kommen auf 52000 Euro. Dieses Geld fließt nicht unbedingt in höhere Gehälter für unsere Professoren. Aber wenn wir einen Kandidaten haben möchten, können wir bei der Ausstattung tief in die Tasche greifen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den deutschen Universitäten.