ZEIT: Hätten Sie andere Empfehlungen für Strukturveränderungen?

Osterwalder: Dass die deutsche Spitzenforschung nicht in den Universitäten konzentriert ist, sondern teilweise in die Max-Planck-Institute ausgewandert ist, sehe ich als einen klaren Nachteil. Zwar ändert sich daran langsam etwas, aber noch sind die Kooperationen zwischen den beiden Seiten in meiner Wahrnehmung nicht sehr intensiv.

ZEIT: Auch daran soll der Elitewettbewerb etwas ändern. Wird er in der Schweiz wahrgenommen?

Osterwalder: Die Exzellenzinitiative wird genau beobachtet, ebenso wie die Reformen in den deutschen Hochschulen. Sie sind noch nicht überall sehr weit gediehen. Aber wenn der Kurs konsequent fortgesetzt wird, könnten einige deutsche Universitäten den Schweizer Hochschulen davonsegeln. Doch nur unter einer Bedingung.

ZEIT: Und die wäre?

Osterwalder: Ohne zusätzliches Geld ob es nun vom Staat kommt oder aus der privaten Wirtschaft werden es die deutschen Universitäten niemals schaffen.

Das Gespräch führte Martin Spiewak