In Neapel bekommen Hotelgäste seit diesem Sommer Plastikuhren geschenkt. Im Gegenzug deponieren sie ihre wertvollen Uhren im Hotelsafe. Warum, Herr di Lello, ist in Neapel Bescheidenheit besonders angebracht?

Wie in vielen anderen Großstädten ist die Kleinkriminalität auch in Neapel ein Problem. Die Straßenräuber haben es in erster Linie auf wertvolle Uhren wie Rolex abgesehen. Für die Sicherheit der Touristen hat die Stadt deshalb gemeinsam mit der Provinz Neapel und der Region Kampanien die Aktion "Plastikuhr statt Rolex" ins Leben gerufen.

Wie reagieren die Hotelgäste darauf?

Sie sind von unserer Aktion begeistert. Das liegt neben dem Sicherheitsaspekt bestimmt auch daran, dass die Uhren von namhaften neapolitanischen Künstlern gestaltet worden sind. Der Hotelgast kann zwischen sechs verschiedenen Ausführungen wählen, und keine davon ist im Handel erhältlich.

Aber eine kleine Plastikuhr allein schützt noch nicht vor dem "scippo", dem motorisierten Taschendiebstahl.

Doch, durchaus. Denn die Uhr fungiert wie ein Abschreckungsmittel. Wer unsere Uhr am Handgelenk trägt, signalisiert, dass er eingeweiht ist in die neapolitanischen Verhältnisse, und bleibt von den scippatori erfahrungsgemäß unbehelligt.

Das klingt nach Verharmlosung angesichts der Angriffe auf Touristen, die Schlagzeilen machen.