Die DB AG ist zum größten Straßenspediteur Europas aufgestiegen. Darüber hinaus avancierte das Unternehmen unter Hartmut Mehdorn mit dem Zukauf der Blax Global zum zweitgrößten Luftfrachttransporteur der Welt. Ein internes Strategiepapier bestätigt, dass der DB-Vorstand den Konzern zum Marktführer im Seeverkehr aufsteigen lassen will.

All dies duldet der Bund als (Noch-) Alleineigentümer. Schon jetzt verzichtet er damit auf zentrale Steuerungselemente in der Verkehrs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik. Dabei fordern von der Linkspartei bis zur FDP alle im Bundestag vertretenen Parteien, dass "Mehr Verkehr auf die Schiene" gehöre. Stattdessen werden Fahrtakte ausgedünnt, Fahrpreise angehoben, wird die Pendlerpauschale reduziert. Seit 1994 wurden mehr als 8000 Kilometer Trassennetz stillgelegt. Hinzu kommt der Rückzug aus der Fläche: Zwei Drittel aller Züge sollen im Jahre 2010 ICE sein.

Nach einer Börsennotierung der DB soll der Flug-, Schiffs- und Lkw-Transport also noch höhere Priorität genießen. Von daher hätten andere Überschriften für den ausgesprochen lesenswerten Beitrag lauten können: "Geschäfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft nur nicht auf der Schiene", "Fern der Heimat: 1500 Standorte in mehr als 150 Staaten" oder schlicht: "Von der Bürgerbahn zur Börsenbahn".

TIM ENGARTNER, KÖLN