Diese Woche trafen sich Minister und Manager zum Energiegipfel in Berlin. Das Treffen hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Schließlich traf die Kanzlerin mit der Themenwahl den Nagel auf den Kopf: Energieeffizienz. Das Ziel ist aller Ehren wert. Im Jahr 2020 soll Deutschland die Energie doppelt so produktiv nutzen wie heute.

Warum nur kommt das Projekt so verschämt daher? Weil sich, kurz gesagt, die Gipfelteilnehmer im Detail bei nichts grün sind. Kernkraft oder keine Kernkraft mehr? Hier herrscht nur Einigkeit über die Uneinigkeit. Harte Eingriffsmöglichkeiten für mehr Preiswettbewerb am Strommarkt? Die Kabinettskollegen für Wirtschaft und Umwelt klingen nicht gerade, als seien sie auf einer Wellenlänge. Ein Energiepass für Gebäude als erster Schritt zu energiesparenden Häusern? In der Bundesregierung tobt Streit. 2007 trifft man sich wieder.

Tatsächlich gäbe es allen Grund zur Eile. Und das nicht bloß, weil die Umwelt es erfordert. Ein besseres Leuchtturmprojekt lässt sich kaum denken, als Weltmeister in der Energieeffizienz zu werden. Ob im Haus- oder Autobau, bei Kraftwerkstechnik und der Erzeugung alternativer Energie deutsche Firmen könnten mit Innovationen zu Weltmarktführern werden oder ihre Position im Wettbewerb verteidigen.

Beim Transrapid wurde immer davon geredet, die Vorzeigetechnologie brauche eine Referenzstrecke in Deutschland. Das war falsch, denn der Zug rechnet sich hier nicht. Ein Schub für eine bessere Energienutzung aber würd es sehr wohl. Das Land insgesamt wäre da eine prima Referenz, wenn deutsche Firmen die boomenden Umweltmärkte in Asien erobern wollen.