Aufständische hissen Ungarns Fahne auf den Trümmern des Budapester Stalin-Denkmals

Der Vorwurf "Der Westen schaut zu" hat bei mir diese spontane Erinnerung wachgerufen. Anfang November 1956 kehrte ich als Theologiestudent im 2. Semester nach Tübingen ins Evangelische Stift zurück. Neben allen anderen Neuigkeiten war der Ungarnaufstand Thema Nummer eins. Mit großem Interesse verfolgten wir alle Nachrichten und diskutierten leidenschaftlich, wie wir diesen Freiheitskampf unterstützen könnten. Kühne Pläne wurden entworfen.

In die Praxis umgesetzt wurde auf alle Fälle ein großer Demonstrationszug an einem Abend mit Fackeln durch die Stadt mit einer bewegenden Abschlusskundgebung. Einer der ungarischen Flüchtlinge fand Aufnahme im Stift, der uns als authentischer Augenzeuge berichtete und mit dem wir in großer Solidarität sein Schicksal und das seines Heimatlandes besprachen.

Hermann Söhner Untergruppenbach