Wieder einmal ergreift Hans Schuh für die Atomenergie Partei und verurteilt die deutsche Regierung wegen ihres Ausstiegswillens aus einer unsicheren Energieform. Wenn auch viele andere Regierungen inzwischen wieder auf Atomenergie setzen, davon wird diese Energieform nicht sicherer. Dass die Technik immer risikoreich bleibt, hat erst jüngst der Störfall im AKW Forsmark gezeigt, und Umbauarbeiten an diesem Kraftwerk haben offenbar nur zu neuen Problemen geführt. So sind auch die Pläne der Energiefirmen besonders kritisch zu beurteilen, die alte (hoch risikoreiche) Reaktoren wie Biblis länger nutzen möchten.

Vor allem sollten keine neue Reaktoren gebaut werden, ehe nicht die Frage der Endlagerung geklärt ist. Hans Schuh plädiert sogar für eine Technik des Brennstoff-Recyclings, die Endlager erfordern, "die bis zu einer Million Jahre lang sicher sind". Wollen wir wirklich unseren Nachkommen eine Erde hinterlassen, die mit einem Atommüll über Jahrmillionen belastet ist?

Helga Schneider-Ludorff Oberursel

Der Artikel bringt wenig belastbare Informationen, endet aber unsachlich: "Nur in der Bundesrepublik haben es noch nicht alle kapiert" (dass die Atomtechnik eine Zukunft habe). Hier ist zu fragen: Cui bono? Wem nützt es? Die Kernenergie wurde in der Vergangenheit mit hohen direkten und indirekten Fördermitteln verwöhnt, die an anderer Stelle fehlten. Die beteiligten Institutionen, jetzt unter Federführung der IAEA, wollen sich nicht mit den Restaufgaben der Abwicklung begnügen.

Wenn es eine wirtschaftliche Zukunft der Atomtechnik gäbe, könnten jetzt die Energiekonzerne eine Forschung finanzieren. Aber sie tun es nicht, denn der Schnelle Brüter ist nach vier Jahrzehnten Entwicklung in allen großen Industriestaaten gescheitert. Sollen wir jetzt die gleiche Erfahrung, nur weil schönfärberisch von der "4. Generation" gesprochen wird, in den nächsten 40 Jahren wieder machen müssen?

Die saubere Trennung zwischen militärischer und ziviler Nutzung der Atomenergie bleibt eine Illusion siehe Iran. Und dass selbst eine 30 Jahre erprobte mäßig komplexe Technik noch tödliche Gefahren birgt, zeigt der Transrapid-Unfall. Ein Unfall in der wesentlich komplexeren Atomtechnik hat zeitlich und räumlich weitaus unabsehbarere Folgen.

Mit "Kapieren" hat das nichts zu tun. Es ist folgerichtig, die Kernforschung nicht mehr weiter zu subventionieren.