Vor der Globalisierung kann man sich kaum verstecken. Sie verändert Gesellschaften, unterminiert Traditionen, macht aus Brachländern Boomnationen. China hat das im vergangenen Jahrzehnt erlebt. Nicht nur, dass dort Wolkenkratzer und Wirtschaft rasant wachsen, während in Peking die letzten Altstadtviertel abgerissen werden. Auch die Alltagskultur wandelt sich signifikant. So wird es für modebewusste Chinesen immer mehr zum Trend, sich westliche Zweitvornamen zuzulegen.

Was in früheren Jahrhunderten ein Assimilierungsphänomen war, das sich vornehmlich bei Auswanderern beobachten ließ, trägt inzwischen Züge einer inländischen Massenbewegung. Besonders die jungen und urbanen Chinesen finden Gefallen daran, nennen sich Alex, Eddy oder Wendy anstelle von Xu, Di oder Wentao. Wie schnell man sich an neue Vokabeln gewöhnen kann, wissen wir hierzulande ja recht genau. Wenn nicht, gehen Sie doch schnell rüber in den Coffeeshop und bitten das Serviceteam um Kevin und Mandy um einen Latte, tall.