Ein Nigerianer in Österreich: Emmanuel Ekeigwe, 31, lebt als Gründer, Präsident, Obmann und Spielertrainer der New African Football Academy in Wien.

Daham in Kagran Seit 1999 lebe ich in Wien. Ich bin als Flüchtling, als Asylwerber gekommen. Aber das ist nicht unser Thema, es gibt wichtigere Dinge im Leben: Fußball zum Beispiel. In meiner Heimat war ich Profispieler. Meinen Lebensunterhalt musste ich mir zwar bei einer Versicherungsgesellschaft verdienen. Aber gespielt habe ich professionell für die Mandelas, eine sehr bekannte Fußballmannschaft in Owerri, der Hauptstadt des Bundesstaates Imo im Südosten meines Heimatlandes. Nachdem ich dann in Österreich angekommen war, ging ich oft an den Samstagen zu den Spielen einer katholischen afrikanischen Fußballmannschaft in Kagran. Dort habe ich so viele gute Fußballer gesehen, dass ich einfach einen eigenen Proficlub gründen musste: die Nafa, die New African Football Academy.

Aufstieg Seit einem Jahr spielen wir. Noch sind wir in der 3. Klasse A des Wiener Fußballverbandes. Die ersten acht Spiele haben wir gewonnen, zuletzt 5:2 gegen Maccabi Wien, einen jüdischen Club. Also werden wir nächstes Jahr sicher aufsteigen. Wir wollen der österreichischen Gesellschaft zeigen, dass Immigranten wichtig für sie sind. Gerade im Fußball gibt es viele Beispiele, wo Vereine profitieren, weil sie Einwanderer integriert haben. Wien hat so viele ausländische Fußballtalente. Wenn die Österreicher wollen, können sie von denen profitieren. Dieses Angebot wollen wir machen.

Vaterfigur Die Regeln unseres Vereins besagen, dass von den 15 Spielern einer Mannschaft nicht mehr als drei Österreicher sein dürfen. Die 55 Spieler der Nafa kommen aus Nigeria, Sierra Leone, Guinea-Bissau, Ghana. Wir haben aber auch Spieler schwarzer Hautfarbe, die hier in Österreich geboren sind. Fast alle sind jedoch arbeitslos. Sie haben keine Möglichkeit, zu arbeiten. Sie dürfen nicht. Für viele von ihnen bin ich als Gründer, Präsident, Obmann, Trainer und Spieler obendrein auch noch eine Vaterfigur. Die rufen mich an, wenn sie krank sind oder wenn sie bei irgendwelchen Problemen Hilfe brauchen.

Geld ist eines unserer größten Probleme. Ich selbst bin als Elektrotechniker ausgebildet, in Nigeria und in Österreich. Arbeit finde ich aber dennoch nicht. Ganz dringend suchen wir Sponsoren für unseren Club. Wir brauchen Dressen, Fußballschuhe und für den Winter Trainingskleidung und eine Halle, in der wir trainieren können. Das können wir uns ohne Hilfe aber leider nicht leisten.

Aufgezeichnet von Ernst Schmiederer