Als Nordkorea kürzlich eine Atombombe zündete, konnte CNN keine Bilder aus dem Land senden. Stattdessen surften die Moderatoren während der Sendung mit Google Earth zum Ort des Geschehens. Google Earth zeigt im Internet Satellitenaufnahmen der Erde. Selbst kleine Seitenstraßen lassen sich heranzoomen, seit es Google Earth gibt, kann jeder von München aus in die Straßen von Bangkok blicken. Die Aufnahmen sind frei zugänglich, deshalb warnen neuerdings Sicherheitsexperten, dass Terroristen leicht an Informationen über potenzielle Anschlagsziele gelangen könnten. Im September sollen Attentäter einen Bombenanschlag auf eine Ölraffinerie in Jemen mittels Google Earth geplant haben.

Einige Länder zensieren deshalb die Bilder. In den USA verdeckte zeitweise ein Balken das Weiße Haus. Das Atomkraftwerk von Cleveland präsentiert sich verwischt, auch der schwedische Geheimdienst.

Dasselbe in Pullach, wo die Zentrale des BND unscharf erscheint, während man in einer benachbarten Schule die Kinder auf dem Sportplatz zählen kann. Privatsphäre für die Agenten und eine unangenehme Gewissheit für den herangezoomten Normalbürger: Er wird gesehen.