Lindes Gabelstaplersparte geht an die Firmen KKR und Goldman Sachs, und das ist nicht nur der größte Verkauf einer deutschen Industriebeteiligung an Finanzinvestoren. Ungewöhnlich ist auch, dass Linde offenbar eine strikte Vorgabe darüber gemacht hat, welchen Anteil des Kaufpreises von insgesamt vier Milliarden Euro die Firmenjäger als Kredit aufnehmen durften. Vor dem Verkauf ist ein Maximalbetrag festgeschrieben worden, heißt es in unternehmensnahen Kreisen just jene 2,6 Milliarden Euro Schulden, die KKR und Goldman Sachs nun aufnehmen. Ein Grund für diese Begrenzung dürften Befürchtungen des Linde-Vorstandschefs Wolfgang Reitzle sein, das Geschäft der heute unter dem Namen Kion firmierenden Gabelstaplersparte könnte nach dem Verkauf unter der Last zu hoher Schulden in eine Krise stürzen.

Stärker als bisher wurden beim Verkauf auch die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigt. So mussten alle Bieter zusagen, die 2005 von Linde vereinbarten Standort- und Arbeitsplatzgarantien für die rund 20000 Kion-Beschäftigten zu übernehmen. Die Bieter mussten ihr Konzept auch den Arbeitnehmervertretern erklären. Der Betriebsrat hat eine extrem große Rolle gespielt, sagt eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Ein Paradigmenwechsel deute sich an, so stark seien die Arbeitnehmer eingebunden worden. Die Linde-Betriebsräte können ihre Erfahrungen schon Ende des Monats auf einem Workshop der Hans-Böckler-Stiftung weitergeben. Thema: Macht und Ohnmacht betrieblicher Vertreter im Umgang mit Finanzinvestoren.