In diesem Jahr feiert die Schweizer Bank Credit Suisse ihren 150. Geburtstag. Nachdem sie in der Vergangenheit viele große Schachereignisse veranstaltet und unterstützt hat, wollte man diese Zeit noch einmal lebendig werden lassen und lud vier »lebende Schachlegenden« zu einem Blitzturnier am Paradeplatz mitten in Zürich ein. Natürlich war der 75-jährige, aber noch unermüdliche »Lokalheld« Wiktor Kortschnoj der Älteste in diesem Reigen, ihm am nächsten kam Anatolij Karpow (55), dem er im Kampf um die WM dreimal knapp unterlegen war, weiterhin dessen Nachfolger als Weltmeister, Garri Kasparow (43), und schließlich als weitaus Jüngste und Schönste in diesem bunten Reigen die mit Abstand weltbeste Frau, Judit Polgar (30), die zur Verstärkung ihr gerade geborenes zweites Baby mitgebracht hatte. BILD

Verständlicherweise wurde die Gemeinsamkeit zwischen Bank- und Schachstrategie beschworen, wer böte sich da besser an als Kasparow, der Wirtschaftskolumnist (!) des Wall Street Journal: »In puncto Logik und Strategie können Manager durchaus vom Schach lernen. Neben der reinen Befriedigung, sei es aufgrund des Wettstreits oder der inhärenten Schönheit, lehrt uns Schach die Kraft der Planung und des disziplinierten Denkens, verbunden mit Kreativität.«

Letzteres unterstrich nicht zuletzt Kortschnoj beim anschließenden Simultanspiel, als die Meister gegen je 20 Amateure antraten. Mit Opfermut (diese Eigenschaft wird allerdings Bankmanagern eher weniger zugeschrieben) erreichte er als Weißer siegbringenden Vorteil. Wie?

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 45:
Welcher weiße Schlag ließ Schwarz sofort aufgeben? Nach dem Turmopfer 1.Txe6+! war es aus. 1…Kf8 2.Txe8+ verlöre die Dame oder führte nach 2.Df6! sogar ebenso zum Matt (2…Dxe6 3.Dxh8+ Ke7 4.Dd8 matt) wie die Opferannahme 1…fxe6 oder 1…Kxe6 durch 2.Df6 BILD