Die Einschläge kommen näher. Bislang traf es nur die Altmeister der Moderne, Picasso, Renoir, van Gogh, nun muss sich erstmals auch ein jüngerer Künstler als Weltrekordsuperstar und Umsatzspitzenreiter preisen lassen. Für 140 Millionen Dollar wechselte das 1948 von Jackson Pollock hingetröpfelte Bild No. 5 den Besitzer das teuerste Werk der Geschichte. Doch wirds nicht lange dauern, bis das Teuerste von Teurerem überholt wird. Selbst Gegenwartskünstler buhlen eifrig mit. Der englische Bildhauer Damian Hirst lässt gerade einen Menschenschädel nachgießen, aus Platin, versteht sich, und verziert mit 8500 Diamanten. Vorn auf der Stirn des Totenkopfs soll ein 50-Karäter prunken, mehr als 7 Millionen Euro teuer. Am Ende könnte das ganze wunderbare Vanitas-Glitzer-Werk für mehr als 80 Millionen Euro verkauft werden. Schon mal ein Anfang auf dem Weg zum Geld- und Weltruhm. Überhaupt scheint ja das Erhabene, das früher gern in der Kunst gesucht wurde, jetzt nur noch auf dem Kunstmarkt vorzukommen in Form von Preisen, die so unbegreiflich sind, das sie alles Weltliche transzendieren. Wird der Hirst-Schädel dazugehören? Falls er allzu vulgär ausfallen sollte, sagt Hirst, werde er sich das Ding halt an einer Kette um den Hals hängen. Und das ist ja auch wirklich ein unbestreitbarer Vorteil des Klunkerkopfs. Wäre mit einem Pollock nicht so leicht zu machen.