Herr Atabajew, in Europa ist gerade der neue Film des britischen Komikers Sacha Baron Cohen angelaufen. Cohen spielt darin einen kasachischen Journalisten namens Borat, der die USA bereist. Was er dabei von Kasachstan erzählt, hat in Ihrer Heimat für Aufregung gesorgt.Bulat Abatajew BILD

Die Leute in der Regierung haben eben keinen Humor. Jede Kritik wird gleich als Verhöhnung verstanden. Ich finde das komisch und tragisch zugleich. Ich kritisiere mein Land doch auch, unsere Klassiker haben das Land kritisiert. Was ist das Problem?

Cohen war wahrscheinlich noch nie in Kasachstan. Er hat allenfalls Klischees im Kopf.

Wer in Europa weiß schon, wo Kasachstan liegt? Viele verwechseln uns mit der Mongolei. Aber das macht nichts. Es gibt ein Sprichwort bei uns: Leute, die mit einem Stein nach dir werfen, sollst du zum Essen einladen. Ich würde Cohen gern zu uns einladen, auf eine große Kasachstan-Tour. Er darf unterwegs ruhig seine Scherze machen, ich bin da nicht so.

Wie viel Zeit müsste Cohen haben? Eine Woche vielleicht?

Ich bitte Sie! Wir sind einer der größten Flächenstaaten der Welt, doppelt so groß wie Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen. Steppe, Wüste, Halbwüste, Berge, Seen, Städte, große Distanzen. Borat braucht allein zwei Wochen, um den zivilisierten Teil des Landes anzuschauen. Dann hat er von der Natur noch nichts gesehen: Im Tienschan-Gebirge, an der Grenze zu China, könnte er wunderbar bergsteigen. Tienschan heißt übrigens Himmelsgebirge, es ist eines der höchsten der Welt. Außerdem haben wir in der Umgebung von Almaty großartige Canyons. Und, falls Cohen im Winter kommt: Skifahren in Almaty ist wirklich ein Erlebnis.

Falls die Zeit für den großen Kasachstan-Trip fehlt, was müsste er unbedingt sehen?