Wenn übermorgen in der Bonner Bundeskunsthalle Schachweltmeister Wladimir Kramnik (Russland) zur ersten Partie gegen das weltweit führende Computerprogramm Deep Fritz antritt (bis zum 5. 12.), um im Wettkampf »Mensch – Maschine« die »Ehre der Menschheit zu verteidigen« (Kasparow), wird sich zeigen, ob er seiner eigenen Zuversicht gerecht werden kann: »Menschen können den Maschinen im intellektuellen Wettstreit noch überlegen sein, denn Computer können stur rechnen, aber nicht flexibel denken.« Oder ob sein Vorgänger auf dem WM-Thron Kasparow das letzte Wort behält: »Der Computer ist wie Mike Tyson – beim kleinsten Fehler reißt er dich in Stücke.« BILD

Grobes Irren ist hier allein menschlich, oft hat dieser den Rechner eigentlich schon am Boden, aber der spielt im wahrsten Sinne unermüdlich weiter, bis Homo sapiens doch noch patzt. Dabei besteht des Computers Fähigkeit eigentlich nur darin, sich stundenlang durch einen Urwald von Datenmüll zu wühlen, zu 99,999 Prozent Unsinn zutage zu fördern und doch mit dem verbleibenden Rest eine Partie wie aus einem Guss zu spielen. Aus Quantität wird Qualität. Aus »künstlicher Dummheit« künstliche Intelligenz, aus dem Depp ein Deep Fritz.

Der indes manchmal trotz seiner gewaltigen Rechenkraft das ihm drohende Unheil zu spät erkennt. Wie zerschmetterte der Ungar Peter Leko als Weißer am Zug die schwarze Computerfestung von Fritz, trotz dessen gefährlichen Freibauern b2?

Helmut Pfleger

Der Zugbegleiter - Ein Porträt des Schach-Kolumnisten Helmut Pfleger »

Auflösung aus Nr. 47:
Wie setzt Weiß im Fall von 1…Kh5? in 4 Zügen matt? Mit 2.g4+! zwingt Weiß den schwarzen König noch weiter weg von seinem Heer, sodass nach 2…Kxh4 3.Dxh7+ Kxg4 4.f3+ Kg3 5.Dh2 tief im Feindesland schließlich sein letztes Stündlein schlägt BILD



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