Es kann belacht, beklagt, verflucht, aber von niemandem geleugnet werden, daß der Name dieses Herrschers 30 Jahre lang für Millionen ein feuriges Fanal, eine schmetternde Fanfare, eine berauschende Parole gewesen ist.Das schrieb Egon Friedell in seiner Kulturgeschichte der Neuzeit (1931) über Wilhelm II., den letzten deutschen Kaiser.Der von Martin Kohlrausch, Historiker am Deutschen Historischen Institut in Warschau, herausgegebene Band versammelt interessante Stimmen von Zeitgenossen: Fr iedrich Naumann, Ludwig Thoma, Rudolf Borchardt, Theodor Wolff, Walther Rathenau und vielen anderen. Martin Kohlrausch (Hrsg.): Samt und StahlKaiser Wilhelm II. im Urteil seiner Zeitgenossen - Landt Verlag, Berlin 2006 - 465 S., 29,90Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen ist das Bild des Ersten Weltkriegs stark bestimmt vom Trauma der Materialschlachten an der Westfront, für die der Name Verdun zum Symbol wurde.Die Kämpfe an der Ostfront sind darüber eher in Vergessenhe it geraten, sieht man von der Schlacht bei Tannenberg im August 1914 ab.Dies war für das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam Anlass genug, um im Jahr 2004 eine Tagung zum Thema zu veranstalten.Die Beiträge, die nun nachzulesen sind , beschäftigen sich nicht nur mit den Kampfhandlungen, sondern auch damit, wie die Wirklichkeit des Krieges an der Ostfront von den Soldaten erlebt wurde und welche Rolle die Kriegserfahrungen in der Gedenkkultur nach 1918 spielten. Gerhard P.Groß (Hrsg.): Die vergessene Front.Der Osten 1914/15Ereignis, Wirkung, Nachwirkung - F.Schöningh, Paderborn 2006 - 415 S., 38,