Wer nichts tut, kann auch nichts falsch machen. Nach diesem Motto investieren immer mehr Anleger ihr Geld in Fonds oder Zertifikaten, die auf eine aktive Verwaltung des Vermögens vollkommen verzichten. Stattdessen ist die Wertentwicklung an bestimmte Indizes gekoppelt, etwa an den Dax. Der Wert solcher Zertifikate oder Fonds entwickelt sich also genauso wie der zugrunde liegende Index – in guten wie in schlechten Zeiten. Text BILD

Der Verzicht auf aktive Verwaltung kann sich lohnen. Denn den meisten aktiv gesteuerten Aktienfonds gelingt es langfristig nicht, den Vergleichsindex, die Benchmark, zu schlagen. So erzielten laut einer aktuellen Studie von e-fundresearch.com nur zehn von insgesamt 105 Europa-Aktienfonds über zehn Jahre einen höheren Ertrag als der Vergleichsindex MSCI Europe. Und nur dreizehn Prozent aller US-Aktienfonds schnitten besser ab als der S&P-500-Index.

Dass Indexfonds oder -zertifikate oft einen höheren Wertzuwachs erreichen als aktiv gemanagte Fonds, liegt vor allem an den Kosten. So beträgt die jährliche Verwaltungsgebühr für herkömmliche Aktienfonds im Durchschnitt 1,60 Prozent des Fondsvermögens. Nicht zuletzt durch laufende Bestandsvergütungen, die Fondsgesellschaften ihren Vermittlern inzwischen zahlen, sind die Verwaltungsgebühren in den vergangenen Jahren gestiegen. Hingegen liegen sie für passive Fonds auf große Aktienindizes wie Dax oder das Euroland-Barometer Euro Stoxx 50 nur bei 0,15 bis 0,30 Prozent im Jahr. Hinzu kommen bei aktiven Fonds auch hohe Transaktionskosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. »Vor Kosten schaffen es viele aktive Fondsmanager, besser als die Benchmark zu sein, nach Kosten und langfristig aber nur wenige«, sagt Thomas Meyer zu Drewer, Deutschland-Chef des Indexfondsanbieters Lyxor Asset Management.

Aber auch passive Index-Investments haben ihre Tücken. Bei Indexzertifikaten etwa handelt es sich, wie bei allen Zertifikaten, um Inhaberschuldverschreibungen des Emittenten, in der Regel einer Bank. So können die Anleger ihr gesamtes Geld verlieren, wenn diese Bank Konkurs anmelden muss. Deshalb sollten sie »nur Zertifikate von Emittenten mit erstklassiger Bonität erwerben«, sagt Stefan Armbruster von der Deutschen Bank. Am deutschen Zertifikatemarkt sind zwar vorwiegend erstklassige Banken aktiv, aber auch Großbanken können in Schwierigkeiten geraten. Zudem werden Zertifikate oft von Tochterunternehmen mit Sitz im Ausland emittiert. Deshalb ist es ratsam, Zertifikate verschiedener erstklassiger Adressen zu kaufen und die Angebote unbekannter Anbieter zu meiden.

Der zweite Fallstrick: Viele Zertifikate beziehen sich auf reine Kursindizes und berücksichtigen nicht die Ausschüttungen der Unternehmen. Etliche Anbieter verkaufen zum Beispiel Indexzertifikate auf den Euro Stoxx 50, einen reinen Kursindex. Eine jährliche Verwaltungsgebühr wird dabei zwar nicht erhoben, doch entgeht den Anlegern bei diesem Zertifikat eine Dividendenrendite von satten drei Prozent im Jahr. Deshalb sollte man sich besser für ein Zertifikat auf den Euro-Stoxx-50-Performance-Index entscheiden, der Dividenden beinhaltet – selbst wenn dafür, wie bei der Großbank UBS, eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,40 Prozent erhoben wird. Beim Dax und bei seinen Ablegern MDax, SDax und TecDax handelt es sich hingegen um Performance-Indizes, sodass hier die Dividende nicht verloren geht.

Viel Wirbel gab es aber, als die Deutsche Bank ein Indexzertifikat auf den DivDax herausbrachte. Dort sind die Dax-Aktien mit den höchsten Dividendenausschüttungen enthalten. Dennoch ist der DivDax ein reiner Kursindex, was vielen Anlegern nicht sofort aufgefallen sein dürfte. Von den höheren Dividenden haben die Käufer des Deutsche-Bank-Zertifikates also gar nichts. Als Alternative bietet sich ein Zertifikat der HypoVereinsbank auf den DivDax-Performance-Index an, der auch die Dividenden der Aktien berücksichtigt.

In der Regel werden Indexzertifikate über die Börse oder direkt von den Emittenten gehandelt, sodass eine Bankprovision anfällt. Als Einsteigerprodukte gelten Zertifikate auf den Dax. Da bei ihnen meist keine Verwaltungsgebühr erhoben wird und große Adressen wie die Deutsche Bank sie ohne Spread verkaufen, sind sie besonders kostengünstig.