Man kann den Regierungsstil unserer Bundeskanzlerin vielleicht am besten verstehen, wenn man sich ihre Vita vor Augen hält. Frau Dr.

Angela Merkel ist Naturwissenschaftlerin und in der Atmosphäre der Universität aufgewachsen, in der es idealiter immer um das ideologiefreie Ringen um die Wahrheit, das heißt um die sachgerechteste Lösung geht. Eine voreilige Entscheidung im Basta-Stil kann man von ihr nicht erwarten.

Manche und mancher mag das als Führungsschwäche empfinden. Im Hinblick auf die Führungsschwäche sei daran erinnert, dass in einem Fischschwarm ein beliebiger Fisch, dem man das (bei Fischen spärlich entwickelte) Großhirn experimentell entfernt hat, plötzlich Führereigenschaften zeigt, sodass ihm der ganze Schwarm folgt (Versuch des Zoo-Physiologen von Holst im Dritten Reich!).

Nein, unsere Bundeskanzlerin, gebraucht ihren Kopf im Ringen um die Wahrheit, um die beste Lösung. Das Problem unserer Politik liegt nicht an ihr, sondern vielmehr im Ideologieverhaftetsein unserer großen Volksparteien und aller übrigen.

Und was das Männchen-Weibchen-Problem in der Politik betrifft, hat unsere Gesellschaft noch sehr viel dazuzulernen: Es kommt zuerst auf den Kopf an und sehr, sehr viel später, wenn überhaupt, auf den Rest und dessen Anhängsel.

Prof. Helmut Uhlarz Altenholz

Ich hatte mir die ZEIT gekauft, in der Hoffnung, etwas darüber zu erfahren, wie Frauen Macht ausüben. Ich war schwer enttäuscht. Am schlimmsten war wohl der Artikel Die Frauen und die Macht. Schon die Auswahl! Entweder völlig zurückgezogene Milliardärinnen die reich geerbt oder reich geheiratet haben oder Politik-Katastrophen wie Engelen-Kefer, Nahles und Schwarzer.