Claus Spahn, Redakteur im Ressort Feuilleton,
bei Sven Elverfeld
Restaurant Aqua, Wolfsburg

Dauer: 7 Stunden
Teilnehmer: 12
Mitmachfaktor: Wer will, darf auch ran
Unterhaltungswert: lockere Stimmung, verbunden mit konzentriertem Arbeiten
Lerneffekt: so hoch, dass man zu Hause gleich die besten Freunde zum Essen einladen möchte
Inklusive: dreigängiges Menü mit Weinen, Schürze, Champagner und Frühstück vorab
Schriftliches: eine Mappe mit den gekochten Rezepten
Preis: 220 Euro
www.ritzcarlton.com

Sind eigentlich alle Spitzenköche so entspannt? Sven Elverfeld, der Wolfsburger Zwei-Sterne-Koch mit dem hessischen Akzent, absolviert seinen Kochkurs an einem ganz normalen Restauranttag so geduldig wie der Spätschichtvater, der auf dem Wohnzimmerteppich noch ein bisschen Lego mit den Kindern spielt, bevor er zur Arbeit geht.

Er schiebt den lieben Kleinen einen Stapel Wachteln und Tauben vors Schneidbrett, damit sie üben können, wie man Filets und Schenkel perfekt auslöst.

Er führt ihnen die ungeschickten Hände beim Rollen der Strudelteigtüte, die mit Confit von der Entenkeule gefüllt wird.

Er macht vor, wie man eine Portweinreduktion beim Anrichten mit elegantem Schwung über den Glasteller kleckst.

Und fiele tatsächlich einmal ein Menübauklötzchen vom Herd (was nicht vorkam), könnte man sicher sein: Er würde seine Schützlinge trösten und sogleich ein Ersatzklötzchen hinter dem Rücken hervorzaubern.

Sven Elverfeld strukturiert seine Kurse nach Themen: Wild, Meeresfrüchte, Fisch oder (wie in unserem Fall) Geflügel. Beim gemeinsamen Kochen eines dreigängigen Menüs gewinnt man wie nebenbei einen Überblick über Zubereitungsmöglichkeiten oder die Entstehung der Wundersaucen vom Fondansatz bis zum Finish. Bei den Arbeitsschritten zum Spitzengang (Roulade von Etouffé-Taube und Wachtel) versteht man, Handgriff für Handgriff, warum die Michelin-Sterne so hoch hängen.