Heike Faller, Redakteurin im Ressort Leben,
bei Johannes King
Hotel Sölring Hof, Rantum auf Sylt

Dauer: 6 Stunden
Teilnehmer: 10
Mitmachfaktor: Alle kochen gemeinsam
Unterhaltungswert: macht Spaß
Lerneffekt: hängt vom Vorwissen ab
Inklusive: Verkostung der selbst zubereiteten Speisen, dazu Wein und Champagner
Schriftliches: eine Mappe mit den gekochten Rezepten
Preis: 175 Euro
www.accor.com

Es war schon Mitternacht, als ich auf Sylt ankam, Johannes King hatte mir neben dem Bett noch einige Amuse-Gueule hinterlassen, und ich schlief ein mit der Frage: Wie kocht ein Zwei-Sterne-Koch, also einer der 21 Besten in Deutschland?

Gutes Essen schmeckt gut. Sehr, sehr gutes Essen spielt auf mehreren Ebenen: Es entfaltet sich geschmacklich, während es zergeht, als seien mehrere Zündstufen eingebaut. Es macht nicht nur was mit dem Gaumen, sondern auch mit dem Gehirn, es hinterlässt eine kleine Erinnerung, eine Sehnsucht nach mehr.

In dem Kochkurs selbst ging es um »Kleine Küchentricks«. Wir lernten zum Beispiel, dass man frische Jakobsmuscheln nimmt und niemals, niemals eingelegte. Dass normales Salz aus dem Supermarkt, Industriesalz, wie sie es abschätzig nannten, deutlich schlechter schmeckt als ein gewisses Fleur de Sel (stimmt wirklich) . Und was man tun muss, damit Knoblauch nicht nach Knoblauch schmeckt (man entferne das Mittlere und koche die Zehe dreimal in Milch auf). Wir lernten, dass Olivenöl zum Anbraten von Jakobsmuscheln schlecht ist, wegen des Eigengeschmacks, geklärte Butter aber gut, wobei man sie noch mit einem Zweig Thymian aromatisieren kann und eventuell später noch ein Stückchen Butter dazugeben…

Vermutlich bekommt man all dies auch durch Üben mit. Die anderen Teilnehmer waren sowieso alle Hobbyköche und King-Fans, und ich habe den Verdacht, sie wollten gar nichts lernen, sondern eigentlich nur wissen, wie Er so ist und was Sein Geheimnis ist.

Am Ende schmeckte es tatsächlich ein bisschen wie Spitzenküche, und gelernt habe ich Folgendes: Beim Kochen, wie in jedem Handwerk, trifft man ständig die Entscheidung zwischen Pragmatismus und Perfektion. Der Perfektionswahn hat etwas Überspanntes, aber damit es am Ende unergründlich zauberhaft schmeckt, darf man bei all den kleinen Entscheidungen während des Kochens keine Kompromisse machen.

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