Jörg Burger, Redakteur im Ressort Leben,
bei Dieter Müller
Restaurant Dieter Müller, Bergisch Gladbach

Dauer: 5 Stunden
Teilnehmer: 6
Mitmachfaktor: gering
Unterhaltungswert: hoch
Lerneffekt: hoch
Inklusive: Kaffee, Tee, Wein, Verkostung der gekochten Gerichte
Schriftliches: Rezeptbogen
Preis: 295 Euro
www.schlosshotel-lerbach.com

Ein Blick in die deutsche Küche, wie Vorabendserien sie träumen: viel Edelstahl, Granit, vor dem Fenster ein Park, ein Schloss. Ob das Essen hier besser schmeckt? Die Gastköche: gereift und wohlhabend (»Ich habe mich mit fünfzig zur Ruhe gesetzt und lebe seitdem in Frankreich«). Der Lehrer: ein Mann, der glaubwürdig den Eindruck erweckt, dass er nur hier ist, weil er Spaß daran hat (er hat auch drei Michelin-Sterne). Er bewegt sich flink von Teller zu Topf und predigt, dass keine Eile sei.

Assistenten haben alles vorbereitet, sodass für die Schüler wenig zu tun bleibt, die aber mit Staunen ausreichend beschäftigt sind: Allein die Fleischsauce braucht zwei Stunden auf der Herdplatte und wird mit Eiswürfeln gelöscht. Das Schälen einer Artischocke ist große Messerkunst (»Hier, zwischen dem Grünen und dem Weißen, da schneiden Sie durch«). Fünf Gänge bereitet Dieter Müller an diesem Tag, und während er Lammrücken in Olivenbrot wickelt, erzählt er Kochgeschichten aus Sydney, Los Angeles, Tokyo. Er hat eine Art Welttournee gemacht, bevor er sich in der Nähe von Köln konzentrierte, die Japaner haben seine Pumpernickel geliebt, sagt er, das Exzentrische ist seine Sache nicht.

Die Rezepte sind mediterran und einfach (Flammkuchen mit Pancetta, Gazpacho Andaluz), die Raffinesse liegt in der Qualität der Zutaten und daran, wirklich alles richtig zu machen. Es schmeckt zum Haareraufen gut, denkt man an das, was man sonst so isst. Am Ende sitzt Müller mit am Tisch, er wirkt glücklich. Sonst, sagt er, komme er nicht dazu, in Ruhe zu genießen.

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