We agree to disagree, sagen Briten, wenn sie keine Lust mehr haben, weiterzustreiten.In diesem Sinne haben auch die EU-Kommission und die Bundesregierung das Thema Sparkassenstreit zunächst auf Arbeitsebene gelöst.Die nahende EU-Ratspräsidentschaft der Deutschen dürfte die Einsicht befördert haben, dass das störende Thema aus dem Weg gehöre. Die Kuh ist vom Eis, tönte Finanzminister Peer Steinbrück Anfang der Woche.Doch bei genauem Hinsehen wurde der Streit um das deutsche Bankensystem nur vertagt. Im Kern ging es um die Frage, ob sich Sparkassen noch Sparkassen nennen dürfen, wenn sie sich im Besitz von privaten Investoren befinden oder ob sie gemäß deutschem Recht nur in der öffentlich-rechtlichen Rechtsform ihre Daseinsberechtigung haben.Der Kommission ist der Namensschutz ein Dorn im Auge, genau wie den deutschen Privatbanken, da er Sparkassen de facto unverkäuflich macht. Doch Berlin muss nächstes Jahr seine Landesbank samt Sparkasse verkaufen.Ende der neunziger Jahre konnte sie nur mit massivem öffentlichem Geld gerettet werden.Den nach EU-Beihilferecht vorgeschriebenen Verkauf haben nun Freund und Feind des deutschen Bankensystems zum Anlass genommen, Strukturen zu festigen oder zu lockern. Die Einigung behandelt Berlin nun explizit als Sonderfall nicht als Präzedenzfall.Dort darf ein privater Investor den Namen Berliner Sparkasse weiterführen.Das war das Minimalziel der Kommission. Dagegen hatte sich vor allem der Sparkassenverband gewandt, der argumentiert hatte, wo Sparkasse draufstehe, müsse auch Sparkasse drin sein.Für den Rest der Republik gilt nach wie vor das alte Recht und zwar unangetastet.Wieder von vorn losgehen dürfte der Streit aber schon bei der nächsten Gelegenheit, zu weich sind die nun gefundenen Formulierungen. Unklar bleibt, ob die Berliner Sparkasse in Privatbesitz zusätzlich zum Namen auch die Marke insbesondere das Logo der Sparkassen verwenden darf.Das Land Berlin und der Sparkassenverband streiten weiter.Am 19.Dezember findet vor dem Landgericht Berlin die erste Verhandlung statt.