Bei mir macht sich in den letzten 15 Jahren ein Unbehagen an vielen Medien breit, das, je nach meiner Tagesform, auch schon mal als Hass empfunden wird. Hass, weil sehenden Auges die geistig-moralischen Grundlagen unserer Zivilisation zerstört werden.

Ich kann nicht verstehen, wie Qualitätsmedien, zwar nüchtern und um Differenzierung bemüht, die Entgleisungen des Boulevards beim Namen nennen, aber nicht richtig aufschreien. Das Ausmaß, in dem etwa Bild aus Gründen des Absatzes oder bestimmte Sender der Quote halber intellektuell unredlich und menschlich verwerflich Sensationen auf Kosten eh schon Geschädigter machen, übersteigt mein Toleranzvermögen. Nachrichten gefühlig, aber gefühlslos aus reinem Gewinnstreben zu vermarkten hat für mich mit Pressefreiheit nichts zu tun.

Olaf Kniebel, per E-Mail

Der Intonierung Ihrer Zeitung in dem Bericht über das schwierige Thema Stephanie möchten wir energisch widersprechen. Stephanie wurde in der ZDF-Talkshow Johannes B. Kerner nicht dargeboten, sondern sehr behutsam und rücksichtsvoll vorbereitet und bildlich anonymisiert befragt. Die junge Frau ist auch nicht in die Sendung gezerrt worden, sondern nach Rücksprache mit verschiedenen Fachleuten (Anwälten, Psychologen) eingeladen worden. Dr. Riedesser hat sich im Gespräch mit unserer Redaktion tatsächlich eher skeptisch zu einem Auftritt geäußert, eine Reihe anderer Fachleute, auch die Stephanie begleitende Psychologin, waren Befürworter.

Im Übrigen lag die Einschaltquote dieser Sendung zwar über dem Durchschnitt aller Kerner-Sendungen. Wenn man aber nur die Sendungen am Donnerstag vergleicht, und das macht für die ehrliche Analyse Sinn, gab es keinen Ausschlag nach oben. Wir bedauern, dass die Autorin während ihrer Recherche nicht, wie es journalistisch geboten gewesen wäre, mit uns gesprochen hat. Über gute Kontakte in die Redaktion verfügt Frau Rückert. Am 7. Februar 2002 war sie selbst, um ihr Buch zu bewerben, Gast bei Johannes B. Kerner.

Markus Heidemanns, Hamburg Chefredakteur J.B.K. TV-Production

Die seelischen Demütigungen, die Misshandlungen und den versuchten Totschlag durch meinen Vater habe ich überlebt. 25 Jahre sind seitdem ins Leben gegangen. Ich habe entgegen aller Prognosen studiert, einen guten Job gefunden, einen verständnisvollen Mann geheiratet, zwei Kinder bekommen, die von mir alle Liebe erhalten, die mir versagt blieb.