In diesem Jahr fanden in vier westeuropäischen Ländern Parlamentswahlen statt.Die traditionellen Parteienlager die Rechte und die Linke schnitten hierbei jeweils ungefähr gleich gut ab.Auch das Erstarken von Protest- und Randparteien hat die Regierungsbildung stets erschwert. In den Niederlanden wurden bei der Parlamentswahl in der vergangenen Woche abermals die politischen Ränder gestärkt, während die Volksparteien an Stimmen einbüßten.Deutlich hinzugewinnen konnten die sozialistische SP und die antiislamische PvdV.Die Regierungspartei CDA verlor im Vergleich zur Vorwahl drei, die sozialdemokratische PvdA zehn Parlamentssitze.Damit ist selbst die Bildung einer Großen Koalition nicht mehr möglich. Auch in Österreich, dem Land mit der höchsten parteipolitischen Mitgliederdichte der EU, schrumpften die beiden Volksparteien weiter. Bei der Nationalratswahl Anfang Oktober verlor besonders die christdemokratische Partei von Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) massiv an Zustimmung.Die Sozialdemokraten (SPÖ) hatten nur leichte Verluste zu beklagen.Grüne und Rechtspopulisten (FPÖ und BZÖ) gewannen dagegen hinzu.Fast zwei Monate nach der Wahl ist die Konstellation der künftigen Regierung immer noch ungewiss. In Schweden kamen die Sozialdemokraten, traditionelle Regierungspartei seit 1921, bei der Wahl im September auf ihr schlechtestes Wahlergebnis seit 85 Jahren.Die Folge war der Machtwechsel.Unter der Führung des Chefs der Moderaten, Frederik Reinfeldt, stellt nun die aus vier bürgerlichen Parteien bestehende Allianz für Schweden die Regierung.Gegenüber der Linken Sozialdemokraten, Exkommunisten und Grünen hat die Allianz aber nur einen dünnen Vorsprung im Parlament. In Italien führte die Wahl im April ebenfalls zu einem Machtwechsel, bei denkbar knappem Ergebnis.Sowohl das Linksbündnis Romano Prodis als auch das Mitte-rechts-Bündnis Silvio Berlusconis bekamen jeweils etwas weniger als 50 Prozent der Stimmen, mit einem Vorsprung für die Linke von 0,66 Punkten.Dank des neuen Wahlrechts verfügt die neue Koalition aber in beiden Häusern des Parlaments über eine Mehrheit.