Bei der letzten Begegnung, vor dem WM-Spiel gegen Argentinien, war er einer der berühmtesten Männer der Welt, abgeschirmt, sich selbst abschirmend. Heute kommt er uns in der South Coast Plaza entgegen, der größten Shopping-Mall im südlichen Kalifornien, 25 Kilometer von seinem Wohnort Huntington Beach entfernt – unbeachtet, entspannt. Er lebt seit 1998 in den USA mit seiner amerikanischen Frau Debbie, sie sind seit 1995 verheiratet. Über zwei Stunden Spanisch, Einzelunterricht, liegen hinter Jürgen Klinsmann, es ist mittags. "Spanisch lernen, das nehme ich mir zweimal in der Woche raus", sagt er, "die Eins-zu-eins-Situation mit der Lehrerin ist ideal, da gibt es kein Entkommen." Klinsmann hatte vorgeschlagen: "Wir treffen uns am Kinderkarussell." Beim Italiener bestellt er Wiener Schnitzel. "Das machen meine Frau Debbie und ich oft, wenn wir hier sind", sagt der Mann, der Deutschland das Sommermärchen ermöglichte und dann verschwand.

DIE ZEIT: Herr Klinsmann, während in Deutschland die Rückblicke auf 2006 Ihr Werk nochmals als wichtigstes Ereignis des Jahres feiern, bleiben Sie in Deckung. Warum?

Jürgen Klinsmann: Weil es nicht um meine Person geht, sondern um diese großartige Zeit im Sommer.

ZEIT: Natürlich geht es auch um Sie…

Klinsmann: Was will man von mir? Dass ich für fünf oder zehn Minuten, zwangsläufig oberflächlich, etwas kommentiere, was für die meisten, die es betrifft, viel, viel tiefer ging? Das ist nicht meine Sache.