Der Lebensmitteldiscounter Aldi erweitert sein Sortiment: Von diesem Freitag an verkaufen die Brüder Albrecht nicht nur Tiefkühlpizza und Chips, sondern auch Urlaubsreisen. Mit Familienferien ab 99 Euro pro Person, einem einwöchigen Luxusurlaub auf Mauritius für 999 Euro und anderen Angeboten startet die Supermarktkette ihr monatlich wechselndes Reiseprogramm.

Im Januar werden erstmals fünf ausgewählte Reisen angeboten. Zum Beispiel Familienferien im Salzburger Land. Oder ein Flug ins Drei-Sterne-Hotel nach Mallorca. Oder eine Vier-Sterne-Kreuzfahrt mit der Costa Marina durch das östliche Mittelmeer. Schließlich will der Aldi-Reisepartner Berge & Meer Urlauber auf Entdeckungstour durch Amerika schicken. Und dann ist da noch die Luxusvariante: eine Woche Mauritius, Halbpension und Linienflug inklusive.

Schnell und günstig, die Devise, mit der andere Lebensmitteldiscounter schon vor Aldi erfolgreich waren, scheint den Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen. Penny, Plus und Lidl sind vor kurzem in das Reise-Geschäft eingestiegen. Hofer, wie Aldi in Österreich heißt, konnte sich mit Hofer-Reisen auf dem Markt der Billigreisen etablieren.

Urlaubshungrige können ihre Traumreise bei Aldi über das Internet oder Telefon buchen. Damit verstärkt sich ein Trend, der sich in der Tourismus-Branche schon seit längerem abzeichnet: Das klassische Reisebüro wird durch moderne Kommunikationsformen verdrängt, vor allem das Internet bietet die Möglichkeit, sich schnell und bequem über den Urlaubsort und die Reisekonditionen zu informieren.

Was bedeuten solche Angebote für die Tourismus-Branche? Berge & Meer, Aldis Partner im Reisegeschäft, ist eine Tochter des Reisekonzerns TUI. Insofern wäre es übertrieben, den Untergang der klassischen Reiseanbieter heraufzubeschwören. Viele Unternehmen haben sich längst an die veränderte Marktlage angepasst. Das schließt Kooperationen mit Discountern keineswegs aus. TUI, Thomas Cook und Rewe verkaufen schon Pauschalreisen bei Lidl und Penny. Härter trifft die Entwicklung die mittelständischen Reisebüros, die vor Massenabfertigung und Urlaub von der Stange warnen. Der asr Bundesverband mittelständischer Reiseunternehmen spricht sogar von einer langfristig katastrophalen Strategie. Urlaubsreisen als Discount-Produkt führten zu einem Imageverlust der Pauschalreise und erhöhten den Druck auf die Preise, so asr-Präsident Stephan Busch.