Der Buchhandel freut sich über Jubiläen: Im Brecht-Jahr wird mehr Brecht und im Heine-Jahr mehr Heine verkauft. Dass der Kunstmarkt da nicht mithalten kann, liegt weniger an der anhaltend guten Nachfrage als am Angebot: Im groß gefeierten Rembrandt-Jahr 2006 wurden zwar neben der obligatorischen Grafik gut zwei Dutzend Schüler-, Werkstatt- und Umkreis-Arbeiten versteigert, aber nur eine einzige eigenhändige Gemäldestudie und zwei Zeichnungen. Nachdem der Ausstellungshype nun beendet ist, wagt Sothebys Ende des Monats ein Experiment: Gleich zwei kapitale Tafelbilder des Niederländers kommen in der Altmeisterauktion am 25. Januar zum Aufruf. Die Profildarstellung des betenden Apostels Jakobus des Älteren konnten sich Sammler im vergangenen Frühjahr schon auf der Kunstmesse in Maastricht ansehen.

Dort sollte das Bild am Stand der Galerie Salander OReilly 33 Millionen Euro kosten, Sothebys schätzt es nun auf 18 bis 25 Millionen Dollar. Für ein Achtel dieses Preises wird in derselben Auktion Rembrandts erst kürzlich wieder als echt anerkanntes Bildnis einer jungen Frau angeboten. Eingeliefert hat es die Familie des Zürcher Rechtsanwaltes Arthur Wiederkehr, der ab 1939 viele Bilder aus dem Besitz niederländischer Juden übernahm. Er hatte ihnen dafür rettende Visa verschafft.