Afghanistan, Irak und nun Somalia noch eine Front im "Krieg gegen den Terror"? So könnte man den Angriff der amerikanischen Luftwaffe auf eine mutmaßliche Al-Qaida-Zelle im kleinen Dorf Badel deuten. Es könnte sich aber auch nur um eine gezielte Attacke auf einen Schlupfwinkel von Terroristen handeln, um einen "chirurgischen Eingriff", wie man das im Jargon des Pentagons nennt. Angeblich wurde einer der Drahtzieher getötet, der 1998 die verheerenden Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania koordiniert hatte.

Fest steht: Die somalischen Islamisten betrachten diesen Luftschlag als willkommene Kriegserklärung aus Washington. Sie wurden zwar übers Jahr von verbündeten Einheiten der somalischen Interimsregierung und der äthiopischen Streitkräfte aus ihren Hochburgen vertrieben, aber sie kämpfen als Guerilla weiter - in den vergangenen Tagen wurden aus dem Süden des Landes heftige Scharmützel gemeldet. Zugleich haben die Dschihadisten den Beistand von al-Qaida. Der zweite Mann an der Spitze des Terrornetzwerkes rief alle Muslime der Welt auf, den Heiligen Krieg in Somalia zu unterstützen.

Die EU-Kommission kritisiert die Militäraktion der Amerikaner als "nicht hilfreich", wirkt aber ihrerseits recht ratlos, wenn sie geradezu reflexartig nach einer internationalen Friedenstruppe ruft.

Abgesehen davon, dass in dieser äußerst verworrenen Lage vorerst niemand Blauhelme nach Somalia entsenden will es wäre eine mission impossible, wie damals, 1993, als die Vereinten Nationen unter dem Kommando der Amerikaner das Land schon einmal vor sich selbst retten wollten und jämmerlich scheiterten.