Ist Butter oder Margarine gesünder? Probiotischer oder normaler Joghurt? Weißbrot oder doch das kernige Pumpernickel? Antworten auf solche Fragen gibt die Ernährungswissenschaft. Doch die wird teilweise von der Lebensmittelindustrie gesponsort. Dass solche finanzielle Abhängigkeiten sich aber durchaus auch auf die Forschungsergebnisse auswirken, legt eine Untersuchung von David Ludwig, Mediziner am Childrens Hospital in Boston, nahe, deren Ergebnisse jetzt die Fachzeitschrift Public Library Of Science veröffentlicht hat. Ludwig hat in den vergangenen fünf Jahren 206 Studien, die die gesundheitlichen Wirkungen von Softdrinks, Saft und Milch unter die Lupen nahmen, ausgewertet. Danach fallen industriegesponsorte Studien zu Getränken durchweg positiver aus als unabhängige. Immerhin zwölf Prozent der überprüften Studien waren nur mit Industriegeldern möglich.

Schon vor zwei Jahren hatte Brigitte Neumann vom Europäischen Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft (EULE) beobachtet, dass Low-Carb-Diäten im Gegensatz zu Low-Fat-Diäten immer dann in Uni-Studien besonders erfolgreich waren, wenn das Geld von der Atkins Foundation stammte. Diese Stiftung stand der Firma Dr. Atkins Nutritionals, die selbst Low-Carb-Produkte herstellte, sehr nahe. Laut der aktuellen Studie gibt es verschiedene Möglichkeiten, Studienergebnisse zu manipulieren: Falsche Daten verwenden, Fragen so stellen, dass sie den Sponsor gutstellen oder unerwünschte Ergebnisse einfach nicht veröffentlichen.