Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) fordert eine Reform bei der Finanzierung von Konsumentenberatung. " Ohne finanzielle Zuschüsse vom Staat ist unsere Arbeit nicht machbar", sagt Verbandsvorstand Edda Müller. " Statt jedes Jahr die Mittel neu zu verteilen oder zu kürzen, sollte die Politik endlich das bereits im Koalitionsvertrag angekündigte Konzept vorlegen, wie unabhängige Verbraucherberatung langfristig zu finanzieren ist." Anlass für die Forderung ist die jüngste Kürzung der staatlichen Zuschüsse bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Gegenüber dem vergangenen Jahr soll die Förderung durch Land und Kommunen 2007 um rund zehn Prozent auf eine Million Euro gekürzt werden. In den vergangenen Jahren waren bereits die Beratungsstellen in Bremen und Thüringen in finanzielle Not geraten, die Verbraucherzentrale in Mecklenburg-Vorpommern musste sogar Insolvenz anmelden.

Im Koalitionsvertrag vom November 2005 betonte die Bundesregierung die Rolle der Verbraucherzentralen ausdrücklich. Man wolle "das Modell einer Stiftungsfinanzierung prüfen, um so ihre finanzielle Unabhängigkeit dauerhaft zu sichern". Daran werde derzeit noch gearbeitet, teilt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit. Wann Ergebnisse vorlägen, sei allerdings noch nicht abzusehen.