Der Erreger der spanischen Grippe von 1918/19 löste offenbar eine lebensgefährliche Fehlfunktion des Immunsystems aus. Japanische und amerikanische Forscher haben das rekonstruierte Virus, das Ende des Ersten Weltkriegs 50 Millionen Menschen tötete, an Makaken getestet.

Während sich ein normales Grippevirus in den Affen nur begrenzt vermehrte und vom Immunsystem schnell unter Kontrolle gebracht wurde, multiplizierten sich die Viren von 1918 schnell und infizierten das gesamte Lungengewebe (Nature, Bd. 445, S. 319). Das Immunsystem der Makaken schüttete daraufhin eine extrem hohe Dosis an Botenstoffen aus, die zu einer schweren Lungenentzündung, Blutungen und zum Tod führten. Ähnliche Symptome wurden jüngst auch bei Opfern des Vogelgrippevirus H5N1 in Südostasien beobachtet.

Eine neue Algengruppe haben Wissenschaftler um Fabrice Not vom Institut für Meeresforschung in Barcelona entdeckt (Science, Bd. 315, S. 252). Genanalysen des kleinsten pflanzlichen Planktons, des sogenannten Picoplanktons, ergaben DNA-Sequenzen, die die Forscher keinem bekannten Organismus zuordnen konnten. Weil die neu entdeckten Algen nur wenige Tausendstel Millimeter groß sind und bestimmte Pigmente (Phycobili-Proteine) enthalten, tauften die Wissenschaftler sie "Picobiliphyta".

Wer Biogas produziert, nutzt Gülle. Die Verwertung von Pflanzenmaterial und Mist gilt als teuer und ineffizient. Der Strukturwandel bewirkt jedoch, dass auf deutschen Feldern weniger Rinder grasen. Stattdessen gedeiht mehr Grünzeug, das verwertet werden will. In der Trockengäranlage von Pirow gelang Wissenschaftlern vom Leibniz-Institut für Agrartechnik in Bornim der Nachweis, dass sich mit einer Tonne Festmasse 90 Kubikmeter Methan produzieren lassen ähnlich viel wie mit einer Tonne Gülle. Für ihr Gärexperiment nutzten sie eine Mischung aus 60 Prozent Maissilage, 27 Prozent Putenmist und 13 Prozent Gärresten (Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe, 12.

Januar 2007).

Das Erbgut von Trichomonas vaginalis ist entschlüsselt (Science, Bd.

315, S. 207). Der Einzeller löst die Geschlechtskrankheit Trichomoniasis aus, mit der sich nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation jährlich 170 Millionen Menschen infizieren. Bei Frauen kann die Infektion zur zeitweisen Unfruchtbarkeit oder zu Frühgeburten führen, bei Männern verläuft sie meist harmlos. Wissenschaftler hoffen, mit dem Gencode neue Medikamente gegen den Erreger entwickeln zu können.