Wer Pharaonengräber besucht, ist überwältigt von den Wandmalereien, die sich als endlose Bildergalerien an den unterirdischen Korridoren und Kammern entlangziehen. Mit der Zeit aber wurden diese fantastischen Darstellungen vom touristischen Massenansturm derart in Mitleidenschaft gezogen, dass von den 60 Gräbern im Tal der Könige und der Königinnen nur noch wenige, und die auch nur für kurze Zeit, zugänglich sind. Dass Ägyptenbegeisterte ihre Neugier auch beim Blättern stillen können, beweist das Buch Bilder der Unendlichkeit. Zu seiner starken Wirkung tragen vor allem 15 Klapptafeln bei, die ein breites Panorama ausbreiten. Die Illustrationen aus der Gruft Amenophis II., auf 1,5 Meter ausziehbar das ist schon fast bibliophiles Kino. Die Chronologie des Bandes folgt den Kapiteln der altägyptischen Totenbücher, die dem Pharao Anweisungen für seine gefahrvolle Reise durch die Unterwelt geben sollten. Dieses Stück antiker Weltliteratur erläutern die Texte von Zahi Hawass, dem berühmten Generalsekretär der Obersten Altertümerverwaltung Ägyptens.

Zahi Hawass/Sandro Vannini: "Bilder der Unsterblichkeit" - aus dem Englischen von Alexandra Velten - Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2006 - 316 S., 300 Farbabb., Einführungspreis (bis 31.1.07) 69,90 danach 89,90

Zwischen Binz und Bautzen begab sich Sachbuchautor Rüdiger Dingemann auf Spurensuche. Clou des aufschlussreichen Bildbandes: Seinen aktuellen Aufnahmen stehen zeithistorische Archivfotos gegenüber, die kurz nach der Wende entstanden und den maroden Zustand des Arbeiter-und-Bauern-Staates zeigen. 15 Jahre Aufbau Ost werden so sichtbar: Viele qualmende Schornsteine sind verschwunden - der Marktplatz von Greifswald bietet wieder ein geschlossenes Bild - zog noch 1983 eine Dampflok Güterwaggons durchs Zschopautal, so saust heute die Erzgebirgsbahn mit windschnittigen Triebwagen über die runderneuerten Schienen. Doch viele Plattenbauviertel an den Stadträndern blieben so trist wie einst und Dörfer ohne touristischen Reiz verfallen.

Rüdiger Dingemann: "Spurensuche. Deutschlands Osten einst & jetzt" - Bucher Verlag, München 2006 - 168 S., 29,95

Fußgängerbrücken wurden in den vergangenen Jahren zu Symbolen einer neuen Urbanität. Die spektakuläre Gateshead Millennium Footbridge verbindet seit 2001 die aufstrebenden Kulturstädte Gateshead und Newcastle in Nordengland. Bei Schiffsverkehr lässt sich der Fußgänger- und Radfahrweg komplett als weiter Bogen in die Höhe schwingen.

Zweifach klappbar zum Beispiel ist die rot-gelbe Hörn-Brücke über den Kieler Hafen. Der Bildband Brücken widmet solchen Übergängen ein ganzes Kapitel. Im extremen Langformat präsentiert das prächtig aufgemachte Buch in chronologischer Reihenfolge die Geschichte des Brückenbaus mit einem Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert. Mit Collagen aus Bildern und Texten versuchen die Autoren zu belegen, dass gelungene Verkehrsbauten nicht nur praktischen Erfordernissen genügen, sondern als Symbole des Verbindens von Menschen auch ästhetischen Kriterien folgen sollten.

Angia Sassi Perino/Giorgio Faraggiana: "Brücken" - aus dem Italienischen von Katharina Schmidt - White Star Verlag, Wiesbaden 2006 - 184 S., 24,95