Hausstaubmilben reagieren erstaunlich empfindlich auf ungünstige Umweltbedingungen. Sie brauchen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent, um sich zu vermehren. Sie sind auf einen ständigen Nachschub an menschlichen Hautschuppen angewiesen – selbst die müssen noch von einer bestimmten Schimmelpilzart vorverdaut werden. Und auch für extreme Temperaturen sind die Spinnentierchen sehr anfällig: Eisige Kälte macht ihnen den Garaus.

Allerdings müssen die Milben bis ins Körperzentrum auf die minus 18 Grad des Eisfachs herunterkühlen. Will man Textilien von den Biestern befreien, sollte man sie daher über Nacht im Gefrierschrank lassen, um sicherzugehen. Und weil die meisten Allergene im Kot der Tiere stecken, sollten Stofftiere oder Bettwäsche nachher noch in die Waschmaschine, damit Milbenleichen und Kot entfernt werden.

Eine solche Kur hilft natürlich nur gegen einen Bruchteil der Plagegeister. "Wer Probleme mit Hausstaubmilben hat, wird sie allein auf diese Weise nicht los", sagt Michael Welling vom Sekretariat der Bundesforschungsanstalten, "denn ein komplettes Schlafzimmer passt meist nicht ins Eisfach." Zwei Drittel der Milben sitzen in Matratzen und Bettdecken, und die kann man nur bei dauerhaftem Frost draußen schockgefrieren. Außerdem nisten sich bei günstigen Umweltbedingungen schnell wieder neue Hausstaubmilben ein. Dauerhaft reduzieren lässt sich die Zahl der Tierchen nur, indem man ein trockenes Raumklima schafft. Zuvor müssen Betten, Polster und Teppiche gründlich gereinigt werden. Gut dran sind übrigens die Besitzer einer Heimsauna: Auch bei Temperaturen über 60 Grad sind Hausstaubmilben nach spätestens zwei Stunden tot. Christoph Drösser

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts