Es solle ihn "der Teufel holen, wenn er einen Franzosen jemals von der ›Grande Nation‹ hat reden hören", schrieb der auch für die ZEIT arbeitende Autor Klaus Harpprecht vor einigen Jahren. Und Harpprecht kennt sich aus – er lebt seit mehr als zwei Jahrzehnten in Frankreich. Tatsächlich kennen wir den Ausdruck hauptsächlich von Medienkorrespondenten, die ihren Beiträgen ein bisschen französisches Flair geben wollen.

Büchmanns Zitatenschatz, ein Klassiker des Bildungsbürgertums, weist darauf hin, dass Goethe der Erste war, der Frankreich als "große Nation" bezeichnete. Aber verbreitet wurde der Begriff durch Napoleon Bonaparte. Der letzte Franzose, der das Wort von Frankreichs Größe oft im Munde führte, war Staatspräsident Charles de Gaulle in den 1960er Jahren – seitdem haben sich unsere westlichen Nachbarn wohl mit ihrer Rolle als Mittelmacht abgefunden. Christoph Drösser

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