Die NMH sind sein Sprachrohr. Im Februar 1935 greift er den kurz zuvor suspendierten Bonner Theologen Karl Barth scharf an und attestiert ihm eine "negative Theologie". Barth habe keine Antwort auf den "jahrhundertelangen Geisteskampf nordischer Gläubigkeit aus Blut und Boden mit einer artfremden Weltanschauung". Im April 1935 verteidigt er Rosenbergs Mythus gegen kirchliche Kritiker. Nicht Rosenberg, sondern die (katholische) Kirche spalte die Volksgemeinschaft.

Immer wieder geht er die Mitglieder der Bekennenden Kirche an. So wirft er ihnen im November 1938 vor, während der Sudetenkrise Gebetsgottesdienste für die Bewahrung des Friedens abgehalten zu haben: "Wenn [] die sogenannte Bekenntnisfront die drohende Kriegsgefahr als die gerechte Strafe Jahves für den Abfall unseres Volkes vom einzig wahren Glauben, nämlich dem Glauben dieser Bekenner, bezeichnet, dann werden wir aufmerksam." Zusammen mit dem Völkischen Beobachter und dem SS-Blatt Das Schwarze Korps beteiligt sich Ziegler mit diesem Artikel an einer Hetzkampagne gegen führende Vertreter der Bekennenden Kirche, die im Gefolge der Kampagne von ihren kirchlichen Ämtern suspendiert und scharfen Disziplinarverfahren unterzogen werden.

Ziegler erlebt jetzt eine große Zeit, geprägt von wundergleichem Aufstieg, einem Zugewinn an Macht, an Geltung und, nicht zuletzt an Einkommen. Mit einem Schlag ist der junge Mann versorgt. Fast ununterbrochen befindet er sich in direkter oder indirekter Anstellung bei der Partei. Seit 1934 ist er Hauptstellenleiter, 1937 jüngster Reichsamtsleiter in der Reichsleitung der NSDAP. Parallel dazu durchläuft er seit Oktober 1933 die SS-Ränge vom Untersturmführer zum Obersturmbannführer (1944). Er gehört auch dem Sicherheitsdienst der SS an und fungiert als Verbindungsführer zwischen dem Amt Rosenberg und Himmlers SD-Hauptamt.

Hinzu kommen zahlreiche Mitgliedschaften in Vereinen und Verbänden wie der Nordischen Gesellschaft oder als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Volkskunde oder im Lebensborn e. V.

Seine innerparteilichen Beurteilungen fallen stets günstig aus. In den SS-Personalberichten heißt es: "tatkräftig und energisch", "akademische Bildung und hervorragendes Wissen", nationalsozialistische Weltanschauung "klar ausgerichtet" (1937). Noch im Oktober 1944 werden ihm "vorbildliche SS-Haltung" und "bedingungslose nationalsozialistische Weltanschauung" attestiert.

Ziegler ist sehr groß, sportlich, und glaubt man seinen (bislang unveröffentlichten) Memoiren, so imponierte er SD-Chef Reinhard Heydrich beim spontanen Zielschießen im Hof des Reichssicherheitshauptamtes. Zu seinem völkisch-religiösen "Lebensglauben" gehört eine sozialdarwinistische Philosophie von "Kampf" und "Leistung". Die Tüchtigsten werden sich im Kampf durchsetzen. Er zählt sich dazu.

Endlich Krieg! Zieglers Soldatenfibel erscheint in 500000 Exemplaren