Um 610 begann Mohammed, Allahs Offenbarungen durch den Engel Gabriel zu empfangen. Der Koran, in dem sie auf Arabisch niedergelegt sind, gliedert sich in 114 Kapitel, die Suren . »Islam« bedeutet so viel wie »Unterwerfung«, »Ergebung«. Wer sich Allahs Willen unterwirft, den erwarten im Jenseits »Gärten der Wonne«. Ungläubigen droht die Hölle. Klicken Sie bitte auf das Bild, um die Grafik anzuzeigen BILD

Der Koran formuliert die fünf Säulen des Islams : das Glaubensbekenntnis, fünf Pflichtgebete täglich in Richtung Mekka, Pflichtabgabe an Arme, Fasten im Ramadan und mindestens einmal im Leben eine Wallfahrt nach Mekka, Mohammeds Geburtsstadt. Nach Medina, der Stadt seiner Auswanderung, ist Jerusalem der dritte heilige Ort des Islams. Vom Tempelberg soll der Prophet sich in den Himmel haben tragen lassen.

Bald nach Mohammeds Tod spaltet sich der Islam in Sunniten und Schiiten . Die Sunniten erkennen als rechtmäßige Nachfolger Mohammeds die ersten vier Kalifen an – Abu Bakr, Omar, Osman und Ali, den Vetter und Schwiegersohn des Propheten. Für die Schiiten, die »Partei Alis« (schiat ali), die heute etwa fünfzehn Prozent der Muslime ausmachen, sind dagegen die zwölf Imame legitime Propheten-Nachfolger. Die wichtigsten sind Ali, seine Söhne Hassan und Hussein. Schiiten ergänzen die Überlieferungen aus dem Leben des Propheten ( Hadithe ) durch »Vier Bücher« – Aussprüche und Anweisungen ihrer Imame. Koran und Sunna zusammen bilden die Grundlage des islamischen Rechts (Scharia), das von den ulama, den Gelehrten, ausgelegt wird. Die Scharia prägt in Staaten wie Saudi-Arabien, Sudan oder Iran das staatliche Recht. Nirgendwo wird sie heute vollständig angewandt. Ein Gegenmodell unter den Ländern mit muslimischer Bevölkerung ist die laizistische Türkei. Der Islam ist die gegenwärtig am stärksten expandierende Religion. Rund 20 Prozent der Weltbevölkerung sind muslimisch (siehe Grafik ). In etwa 40 Ländern Asiens und Afrikas ist der Islam Staatsreligion. abt