"Ich bin kein richtiger Schachspieler." Nur folgerichtig ist es, dass der 29-jährige Alexander Morosewitsch, der das über sich sagt, sich nicht vorstellen kann, sein ganzes Leben Schach zu spielen und ein Buch mit dem Titel Meine schlechtesten Partien plant: "Und nicht etwa Schach ist Mord, obwohl ich finde, dass man Schach so am besten beschreiben kann."

Ähnliches empfinden bei seinem Schachstil offenbar auch etliche seiner Gegner. "Anormales Schach" (Anand) und noch drastischer der holländische Großmeister van Wely: "Morosewitsch spielt diesen Scheiß. Den Dreck kann sich natürlich keiner merken, während er ihn im Kopf hat. Er überlegt Dinge, an die ein normaler Mensch gar nicht denkt!" Andererseits vergleichen ihn viele mit dem "Zauberer" Mikhail Tal, liebt ihn die Schachwelt wegen seines zutiefst originellen Stils. Von der Leichtigkeit des Seins betitelt Helmut Wieteck treffend seine Biografie über ihn.

Trotz mancher Abstürze ist er die Nummer fünf der Weltrangliste. Bei der letzten russischen Meisterschaft verschlief er seine Partie gegen Jakowenko und wurde natürlich genullt. Als er beim Turnier in Pamplona wieder auf Jakowenko traf, stand er mit Dame gegen Turm elementar auf Gewinn.

Doch mit seinem letzten Zug 1.Kg4-f3?? hatte er einen Riesenbock geschossen, wonach sein Gegner als Schwarzer am Zug noch ein Remis erzielen konnte. Wie? (Trotz dieses Fauxpas gewann Morosewitsch dieses starke Turnier mit einer fantastischen Elo-Leistung von 2951, weit mehr als der Wert von Kramnik, Anand und Topalow.)

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 8:
Wie eroberte Weiß am Zug den Turm a8? Nach 1.Dh5+! g6 2.Dd5 drohte Weiß sowohl 3.Df7 matt als auch 3.Dxa8, nach 2…Sh6 3.Dxa8 war er also um einen Turm reicher

Die Sammlung - Alle Spiele des Lebens im Überblick "