DIE ZEIT: Herr Dürheimer, haben Sie schon mal bei Herrn Zetsche angefragt, ob er Porsche die Marke Smart verkauft, damit sie einen Ausgleich für die hohen CO2-Werte Ihrer 911er, Boxster und Cayennes bekommen?

Wolfgang Dürheimer: So eine Schlagzeile hätten Sie wohl gern. Nein, im Ernst: Wir sind und bleiben ein Hersteller von sportlichen Premium-Fahrzeugen. Und als solcher werden unsere Produkte immer einen höheren CO2-Ausstoß haben als die eines Automobilunternehmens, das nur Kleinwagen produziert. Ein Cayenne ist nun einmal nicht mit einem Smart vergleichbar. Auch wir können die Gesetze der Physik nicht aushebeln. Trotzdem, unsere Motoren sind, was Verbrauch und Emissionen anbelangt, in den letzten Jahren kontinuierlich besser geworden und werden noch besser.

ZEIT: Die EU-Kommission will nach dem aktuellen Stand den Flottendurchschnitt auf 130 Gramm CO2 pro Kilometer bis zum Jahr 2012 begrenzen. Ihre Sportwagen und erst recht der Cayenne stoßen aber das Zwei- bis Dreifache aus.

Dürheimer: Die EU-Kommission hat bei ihrer Gesetzgebungsinitiative die gesamte europäische Automobilflotte im Blick, die ab 2012 einen Durchschnittswert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer erreichen soll. Wir allein können diesen Wert nicht schaffen, so wenig wie andere Hersteller von Premium-Fahrzeugen

ZEIT: Also etwa Mercedes, BMW oder Audi.

Dürheimer: Richtig. Wir fordern deshalb eine Segmentbetrachtung: Die Kommission soll für jede Klasse Zielwerte vorgeben, die bis 2012 erreicht werden müssen und diese können ruhig ambitioniert sein.

Sonst hätten wir ja die Situation, dass die Massenhersteller von Kleinwagen fast gar nichts mehr tun müssen, während die Unternehmen, die vor allem Mittel- und Oberklassefahrzeuge in deutlich geringeren Stückzahlen produzieren, die ganze Last allein zu tragen hätten. Wir haben Hinweise darauf, dass die Brüsseler EU-Kommission in dieser Frage mittlerweile ähnlich denkt.