Diese Bilanz ist die wichtigste von allen. Es ist die Summe aller Summen in der deutschen Wirtschaft: das Bruttoinlandsprodukt, die Addition dessen, was im Land erwirtschaftet wurde. Im BIP so das Kürzel sind die neuen Autos ebenso enthalten wie Maschinen und Gebäude, Kleidung und Möbel, Brötchen und Bratwurst, aber auch Haarschnitte und Zeitungsanzeigen. Was einen Preis hat und gezählt werden kann, ist drin. Sogar die Schwarzarbeit wird geschätzt. Nicht einbezogen ist lediglich die unbezahlte Hausarbeit. Gleichwohl sind das Bruttoinlandsprodukt und seine Veränderungsraten die besten Gradmesser für das materielle Wohlergehen der Menschen.

Das Ergebnis dieser Schlussrechnung für 2006 ist eindeutig: Im vergangenen Jahr ging es den Deutschen in ihrer Gesamtheit so gut wie nie zuvor in ihrer Geschichte. Die Bürger haben Produkte und Dienstleistungen im Wert von mehr als 2300 Milliarden Euro geschaffen.

Diese gigantische Zahl haben die Experten des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden jetzt aus einer Vielzahl von Einzelaufstellungen ermittelt.

Die fetten Jahre seien vorbei, hören die Bürger seit Jahren. Aber die Zahlen zeigen, dass allen Unkenrufen zum Trotz das Gegenteil richtig ist. Das Bruttoinlandsprodukt ist seit dem Boomjahr 2000 um weitere acht Prozent gestiegen. Verglichen mit 1991, ist die Wirtschaftsleistung heute sogar um 23 Prozent höher. Die fetten Jahre sind jetzt.

Nachdem die Zuwächse in den vergangenen sechs Jahren gering ausgefallen waren, vollzieht sich die Expansion gegenwärtig in deutlich höherem Tempo. Rechnet man die Inflation heraus und schaut auf die wirkliche Wohlstandsmehrung, zeigt sich ein Zuwachs von immer noch 2,7 Prozent. Das entspricht einer Mehrproduktion von gut 60 Milliarden Euro. Pro Kopf betrug das Plus 2006 gegenüber dem Vorjahr mehr als 700 Euro.

Der Aufschwung ist da, die Wachstumsschwäche überwunden. Und die Experten sind sich einig in der Einschätzung, dass der Boom keine Eintagsfliege ist. Angesichts einer prosperierenden Weltwirtschaft sind die Aussichten für Deutschland gut. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats Bert Rürup rechnet mit zwei Prozent Wachstum im laufenden Jahr. Die Konjunkturbeobachter der Deutschen Bundesbank glauben ebenfalls an eine länger andauernde Wachstumszeit. Der Aufschwung habe "noch viel Perspektive", schreiben sie in ihrem Monatsbericht.

Die Börse liefert das Feuerwerk zum Fest. Auch wenn zum Wochenbeginn die Korrektur nach unten kam: Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat schon einmal die Marke von 7000 Punkten überwunden, seit sechseinhalb Jahren waren die Kurse nicht mehr so hoch. Ein Unternehmen nach dem anderen kündigt an, seinen Aktionären mehr Geld zu überweisen weil die Geschäfte 2006 so gut liefen.