Ihr Buch "Die verrücktesten Hotels" wimmelt von Häusern mit schrägen Geschäftsideen. Wie verrückt muss ein Etablissement sein, damit es in Ihrem Sammelwerk Aufnahme findet?

Für mich ist ein Hotel dann schon verrückt oder spannend, wenn es vom normalen Standard eines Kettenhotels abweicht, wenn es mehr als ein Bett, ein Bad und ein Restaurant bietet. Für Geschäftsreisende mag die Unverwechselbarkeit gut sein, für Touristen sind Ketten langweilig.

Durch den Kontakt zu Besitzern und Mitarbeitern sind Hotels mit eigenem Charakter viel angenehmer und persönlicher. Zum Beispiel der Gasthof Fraundorfer in Partenkirchen. Da malt die Wirtin morgens auf jedes Frühstücksei einen lustigen Smiley, obwohl sie viel zu tun hat.

Ich habe gesehen, wie sie beim Frühstück Japanern halb München erklärt hat und auch den Fahrplan der Deutschen Bahn parat hatte.

Sie beschreiben Hotels im Baum oder im Weinfass, im Atommeiler, im Kran oder im DDR-Plattenbau. Warum steigen Menschen dort ab?

Das sind überwiegend junge Leute, die ein bisschen crazy sind und Außergewöhnliches suchen. Es ist ja ein Erlebnis, in 80 Meter Höhe in einem Kran zu schlafen oder im Eishotel oder im Salzstollen. Dann gibt es Touristen, die Hobbys haben: Wer zum Beispiel Teddybären sammelt, der fährt ins Teddyhotel an den Bodensee, wo die Wirtin auch Tausende von Teddys hat.

Wie jeder Sammler verfallen Sie der Sucht der Superlative und nennen das größte, drittgrößte, höchste, luxuriöseste, einsamste, älteste, nördlichste Hotel