DIE ZEIT: Es geschieht in Italien nicht zum ersten Mal, dass die parlamentarische Linke eine linke Regierung stürzt. Steckt in ihr ein Selbstzerstörungs-Gen?

Paolo Flores DArcais: Für die linken Parteien, war der Sturz der Regierung Prodi ebenso ein Schock wie für die linke Wählerschaft.

Nicht weil sie mit dieser Regierung zufrieden wäre, ganz im Gegenteil.

Doch die Vorstellung, dass Berlusconi zurückkehren könnte, löst Angst und Bestürzung aus. Das wäre wirklich eine Katastrophe für das Land.

ZEIT: Hat der Schock die Beteiligten wachgerüttelt?

Flores DArcais: Ministerpräsident Prodi hat nach der Niederlage sofort gesagt: Jetzt will ich freie Hand haben. Es ist doch sehr eigenartig, wenn der Regierungschef sagt: Ich will das letzte Wort haben! Man fragt sich: Warum hast du nicht früher danach verlangt?

ZEIT: Warum tat er es nicht?