Ein paar Hitzköpfe haben ausgerechnet, dass uns nur noch dreizehn Jahre bleiben, um den Klimakollaps abzuwenden. Viel ist das nicht. Dreizehnmal noch Sommerurlaub auf den Seychellen, und schon ist die Zeit um. Danach trudelt Mutter Erde auf einen Abstiegsplatz in der kosmischen Bundesliga, degradiert wie Pluto, der Balljunge am Rande der Milchstraße. Unser schöner blauer Planet – der Florida-Rolf des Sonnensystems, braun gebrannt, doch ohne Hoffnung.

Schade eigentlich, denn alt ist die Menschheit ja nicht geworden. Übrigens hat gerade ein prominenter Professor verkündet, wie die moribunde Welt noch zu retten ist. Er heißt Dirk Baecker, war Schüler von Niklas Luhmann und ist der David Beckham der deutschen Soziologie. Wir bitten Herrn Baecker um ein Gespräch und greifen zur taz vom 17.2.07. Hallo, Herr Professor Baecker! Wie retten wir die Welt? »Man muss sich nicht nur um die Nachtfalter in ihren Hecken, sondern auch um die Analysten an ihren Bildschirmen Sorgen machen.« Und warum, Herr Baecker? »Die einen wie die anderen gehören zu den vom Aussterben bedrohten Arten.« Kümmert sich die Ökologie zu viel um die Natur und zu wenig um die Gesellschaft? »Wir müssen den ökologischen Blick auf die Binnenverhältnisse der Gesellschaft lenken.« Was sehen wir dort? »Nicht nur kollektive Sünder, sondern auch hochgradig differenzierte Verhältnisse, die bereits ›gut unterwegs‹ sind.« Herr Baecker, heißt das: Je weniger wir auf die Umwelt achten, desto schneller retten wir sie? »Wir müssen auch nach innen mit verschiedenen Umwelten rechnen und davon ausgehen, dass Kirchen, Schulen, Unternehmen und Theater jeweils gute Gründe haben, so zu agieren, wie sie agieren.«

Das verbessert das Klima? »Die Situation ist durchaus offen. Klimaforscher halten sowohl eine bessere als auch eine schlechtere Entwicklung für möglich.« Und Ihre persönliche Meinung, Herr Baecker? »Die Situation ist möglicherweise dramatischer, aber die Vorhersage auf jeden Fall ungewisser. Wegen möglicher Rückkopplungseffekte ist es nicht ausgeschlossen, dass die globale Erwärmung sich selber reduziert.« Ist das sicher? »Nein, auch dies kann man nicht genau wissen.« Was hilft der Erde am besten? »Alles hilft, was denjenigen hilft, die selbst herausfinden müssen, wie sie die Probleme, die sie produzieren, in den Griff bekommen können.« Herr Baecker, dass Sie all das wirklich gesagt haben – wir können es gar nicht glauben. Vielen Dank!