Mehr als fünf Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September ist das Gelände des einstigen World Trade Center in New York noch immer eine Baustelle. Politische Grabenkämpfe und bürokratische Hürden haben den Wiederaufbau verzögert. Auch das Schicksal des geplanten Freedom Tower bleibt weiter ungewiss. Noch bevor das Fundament des Büroturms ganz fertig ist, sucht die Besitzerin, die New Yorker Hafenbetreiberin Port Authority, einen Käufer. Vor allem bei Private-Equity-Beteiligungsgesellschaften und Hedgefonds klopft die Hafenbehörde an. Sie sollen sich an der Finanzierung des drei Milliarden Dollar teuren Baus beteiligen oder ihn gleich ganz übernehmen.

Auf die Idee brachte die Port-Authority-Verantwortlichen eine Welle von Übernahmen im amerikanischen Markt für Gewerbeimmobilien. Zuletzt gelang es dem Firmenaufkäufer Blackstone, der auch Anteile an der Deutschen Telekom hält, sich den Immobilienfonds Equity Office Properties für die Rekordsumme von 39 Milliarden Dollar zu sichern.

Der Gewerbeimmobilienmarkt in den Vereinigten Staaten boomt bei steigenden Mieten und sinkenden Leerständen. Der Freedom Tower, der in fünf Jahren fertig sein soll, soll symbolträchtige 1776 Fuß hoch werden, das sind rund 541 Meter. Die Zahl erinnert an die Unabhängigkeitserklärung von 1776. Angesichts der Lage und der Vorgeschichte fürchten viele potenzielle Mieter offenbar einen erneuten Terrorangriff. Erst zwei haben fest zugesagt: eine Bundesbehörde und eine Behörde des Staates New York.