"Franz Josef Strauß ist durch den Tod aus dem Leben als Ministerpräsident gerissen worden." Daran hat Edmund Stoiber beim politischen Aschermittwoch in Passau bitter erinnert. Denn er selbst wurde ja von einer unzufriedenen Basis, einer renitenten Landrätin sowie den beiden Aspiranten auf seine Ämter ins Aus gedrängt. Das verkraftet er nicht. Umso weniger, als die CSU-Basis und auch die meisten anderen just in dem Augenblick, als sein politisches Schicksal besiegelt war, damit begonnen haben, den Nochparteichef in anderem Licht zu sehen.

Dieser merkwürdigen Verschiebung zufolge ist Stoiber plötzlich wieder der vitale, erfolgreiche, sogar lockere Amtsinhaber, und das alles so sehr, dass sich die Frage geradezu aufdrängt, warum der Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende nicht noch eine ganze Weile Ministerpräsident und CSU-Vorsitzender, oder wenigstens eines von beidem, bleiben sollte. Zumal noch gar nicht absehbar ist, wer wie die Lücke schließen wird, die er hinterlässt. Und so spielt immer wieder der Gedanke mit Stoiber, der beschlossene Unsinn ließe sich vielleicht doch noch rückgängig machen, weil er sich ja schon heute als Vergehen gegen die Interessen Bayerns, Deutschlands und Europas erweist. Die potenziellen Nachfolger Beckstein und Huber jedenfalls, die mit ihrer Absprache in Wildbad Kreuth den Weg für seinen Sturz bereitet haben, werden sich in den kommenden Monaten noch auf einiges gefasst machen müssen. Und dennoch: Sobald Stoiber ernstlich versuchte, das Rad noch einmal zurückzudrehen, wäre alles so wie am Vorabend seiner Entmachtung. Es gibt kein Zurück. Es wird noch lange dauern, bis er das begreift.