Mit Entsetzen habe ich ihren gut recherchierten Artikel über Gewebespenden und deren Kommerzialisierung gelesen. Letztendlich wird es viele Menschen abschrecken, im Falle ihres Todes eigene Organe und Gewebe zu spenden. Mangel führt zu weiterer Kriminalität und zu Gefahren durch unbekannte und oft kranke Organspender.

Eine besonders negative Entwicklung findet zurzeit in der Volksrepublik China statt. Innerhalb weniger Tage kann man hier den Empfängern geeignete Organe bereitstellen. Damit ist China zu einem der führenden Transplantationsländer geworden. In einer Untersuchung konnten der kanadische Politiker Kilgour und der Menschenrechtsanwalt Matas zeigen, dass in China nicht nur die zum Tode verurteilten Menschen als "lebendige Organlager" dienen, sondern Menschen aus Arbeitslagern und darunter besonders häufig Falun-Gong-Praktizierende "verwendet werden". Deshalb ist es wichtig, auf die Probleme der Umsetzung der europäischen Geweberichtlinie hinzuweisen.

Dr. med. Thomas Lutzmann, Marburg

Meine spontane Idee: Es müsste gemeinnützige "Verwertungsgesellschaften" geben, denen ich mein Einverständnis zur Gewebeentnahme gebe. Sie müssten sich festlegen, wem das Geld aus dem Verkauf meines Gewebes zufließt (Kinder, Umweltschutz, bedrohte Tiere et cetera). Dann könnte man auch offensiv um Gewebespenden werben! Der Gedanke, dass ich so auch noch nach meinem Tod Medica Mondiale, Terres des Femmes oder das Gymnasium für Mädchen in Afghanistan unterstütze, würde mich tief befriedigen.

Ingeborg Heinze, Düsseldorf

Ihre Autorin hat die Ergebnisse einer Umfrage unterschlagen, nach der zwar die allermeisten Deutschen im eigenen Bedarfsfall mit einer Transplantation einverstanden wären, aber nur zwölf Prozent zu einer Spende nach dem Ableben bereit sind. Dieser maßlose und oft auch noch religiös bemäntelte Egoismus ist die Ursache für illegale Entnahmen und mehr oder weniger legalen Handel.

Bernd Boeck, per E-Mail