Auf dem iranischen Darb-i-Imam-Schrein von 1453 erkannte der amerikanische Physiker Peter Lu etwas, das es eigentlich nicht geben dürfte: ein Muster, das sich niemals wiederholt. Westliche Mathematiker hielten ein solches Muster noch bis Ende der 1960er Jahre für unmöglich.Zwar erscheint jeder seiner Ausschnitte an anderer Stelle des Musters wieder, wenn man die Fläche groß genug macht. Doch die Motive tauchen unregelmäßig auf. Das Muster als Ganzes lässt sich daher nicht so verschieben, dass es deckungsgleich auf einer ins Unendliche gedachten Kopie seiner selbst zu liegen kommt. Erst in den 1970er Jahren beschrieb der englische Physiker Roger Penrose die ersten dieser "aperiodischen" Muster. In den 1980er Jahren fanden Forscher sie auch in der Natur, in so genannten Quasikristallen. Dabei heißt aperiodisch nicht unsymmetrisch. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Muster aus der Moschee zu drehen, sodass es wieder genau gleich aussieht. Wie Lu herausfand, ist das Ornament aus nur drei Typen von Schablonen zusammengesetzt. Bisher glaubte man, die islamischen Künstler konstruierten umständlich mit Lineal und Zirkel. Welch geometrische Wunderwerke sie da plättelten, haben sie wohl kaum bemerkt. Ihnen ging es nicht um die Theorie, sondern um die Schönheit der Form.

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