Weniger war selten. Die niedrige Geburtenrate hat die Schülerzahl in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent gedrückt. Nur noch 9,4 Millionen Schüler hat das Statistische Bundesamt gezählt so wenige wie zuletzt Anfang der Neunziger. Noch mehr Schulen müssen schließen. Der Schülerschwund ist ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig eine Reform der Familienförderung ist.

Wer die neuen Zahlen allerdings nur für schlechte Nachrichten hält, übersieht die Chance. Seit vielen Jahren klagen die Schulen über die eklatante Unterfinanzierung. Jetzt können die Länder auf elegante Weise Abhilfe schaffen, indem sie einfach nichts tun. Anstatt den Schulen knausrig das Geld zu kürzen, sollten sie es im System lassen für kleinere Klassen und Reformprojekte. Nie war eine Bildungsoffensive so billig zu haben wie jetzt.