Das russische staatliche Vermögensamt hat die erste Auktion der Restposten des Ölkonzerns Yukos auf den 27. März festgesetzt. Zuerst kommen knapp zehn Prozent Aktienbesitz am staatlichen Ölkonzern Rosneft unter den Hammer. Der Einstandspreis in Schnäppchenhöhe liegt etwa 20 Prozent unter dem Marktwert und ist nach Meinung von Moskauer Finanzanalysten für Rosneft selbst als Bieter maßgeschneidert.

Auf weiteren Auktionen stehen Anteile an Gaspromneft, an regionalen Ölfirmen, am slowakischen Pipelinebetreiber Transpetrol sowie an 1100 Tankstellen zum Verkauf. Rosneft und Gasprom haben dabei als ökonomische Schlachtschiffe zweier rivalisierender Kreml-Fraktionen mit breitem politischem Einfluss die besten Chancen. Die Auktionen beenden die staatlichen Übergriffe und Steuerforderungen gegen Yukos, dessen Chef Michail Chodorkowskij eine achtjährige Haftstrafe verbüßt, mit einem faktischen Bankrott. Im Juni 2004 hatte Russlands Präsident Wladimir Putin zur Beruhigung vor allem ausländischer Investoren noch beteuert: "Die russische Staatsmacht, die Regierung und die Wirtschaftsführung des Landes sind nicht an einem Konkurs eines solchen Unternehmens wie Yukos interessiert."