Exzellentes Können am Brett geht nicht notwendigerweise mit der entsprechenden moralischen Stärke einher. So erfreut sich die Schachwelt zwar am erfindungsreichen Spiel des Bulgaren Veselin Topalov, ist aber auch seiner unappetitlichen Beschuldigungen des russischen Weltmeisters Wladimir Kramnik müde, jener sei während ihres WM-Kampfs zu häufig auf die Toilette gegangen und habe dort Hilfe empfangen.

Nahezu alle Spitzenspieler haben sich mit Kramnik solidarisiert, was Topalov oder seinen Manager nicht daran hinderte, kürzlich beim Turnier in Wijk aan Zee wiederum Öl in dieses Feuer zu schütten.

Ob Topalov gelegentlich an das Sprichwort denkt, wonach man, im Glashaus sitzend, nicht mit Steinen werfen solle?

Schon bei seiner Qualifikation zur WM waren einige Teilnehmer überzeugt, dass er (Computer-)Hilfe von außen, sprich: von seinem Manager und Sekundanten, bekommen habe. In Wijk aan Zee beobachtete nun der Schachberichterstatter der Süddeutschen Zeitung, Martin Breutigam, wie Topalovs Manager öfter den Daumen in den Mund steckte (nicht unbedingt typisch für erwachsene Männer) und damit hin und her wackelte – schon hatte Topalov eine Figur geschlagen. Und dergleichen mehr.

Die kleine Kombination als Schwarzer am Zug gegen den Ukrainer Ponomarjow fand Topalov aber sicher auch ohne jede Hilfe. Wie führte er ein elementar gewonnenes Endspiel herbei?

Helmut Pfleger

Auflösung aus Nr. 10:
Mit welchem Paukenschlag konnte Schwarz schnell gewinnen? Nach dem Turmopfer 1...Txg2+! ist dieser Turm wegen 2.Kxg2 und nun dem Doppel-Abzugs-Schach 2...Tg4++! 3.Kh2 Dg2 matt tabu. Auf 2.Kh1 gewinnt aber das zweite fantastische Turmopfer 2...Th4!! in allen Varianten, etwa 3.Df7+ Tg7+! (Abzugsschach!) 4.f3 Txh3 matt. Langfristig hätte aber auch das prosaische 1...Dd7 gewonnen

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